Call for Papers - Hinterland Magazin sucht Beiträge

Hat es Sie schon immer mal in den Fingern gejuckt, Ihre Meinung kundzutun?

Das Hinterland Magazin bietet die Gelegenheit dazu, diesmal zum Thema Abschiebungen...

Call for Papers: Hinterland #35

Schwerpunkt: Abschiebungen „ex & hopp"

Schon wieder eine Abschiebenummer!

 


Abschiebung stellt alles in Frage: Sie verursacht die vorauseilende Ausgrenzung der Betroffenen aus sämtlichen relevanten Lebensbereichen; diese dürfen keine Arbeit aufnehmen und keine Ausbildung beginnen; sie sitzen in Abschiebelagern im Hinterland fest wie in Gefängnissen. Der unklare Aufenthaltsstatus vertieft das Trauma der Menschen, statt mit der Aufarbeitung entsetzlicher Erfahrungen überhaupt erst zu beginnen. Die Bundesregierung tut währenddessen so, als ob die Rückkehr in Kriegsgebiete völlig harmlos sei. Dabei ziehen immer mehr Menschen, denen mit Abschiebung gedroht wird, den eigenen Tod dem Leben in ihr Herkunftsland vor und wählen den Suizid.

Wer wurde in den vergangenen Monaten zu den Münchner und Frankfurter Flughäfen gekarrt? Wer sitzt in den Flugzeugen Richtung Afghanistan? Auf welcher rechtlichen Grundlage basieren die Sammelabschiebungen? Welchen Ermessensspielraum haben dabei die Ausländerbehören?

Welche Gründe für Abschiebungen werden in der breiten Öffentlichkeit plausibilisiert, um die sie einigermaßen reibungslos durchführen zu können? Und welche Formen des Protestes gibt es dennoch? Was ist zu tun?

Immer mehr Sozialarbeiter*innen, Ehrenamtliche, Psycholog*innen weigern sich, beim Vorgehen der Behörden mitzumachen. „Wir sind Sozialarbeiter*innen und keine Abschiebehelfer*innen“, teilt etwa der Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit Anfang April 2017 mit. Warum schließen sich Fluggesellschaften diesem Aufschrei nicht an: »Wir sind Fluggesellschaften, keine Abschiebegesellschaften«?

Letzte Möglichkeiten wie das Kirchenasyl werden immer häufiger in Anspruch genommen. Wo, wie und in welchen Fällen hilft’s? Welche andere Formen des Protestes gibt es bereits? Wie können die Betroffenen im Einzelfall unterstützt werden?

Wir bitten euch um Reportagen, Essays, Bilder, Polemiken und ganz allgemein eure Stimmen und Meinungen zu Abschiebung im Allgemeinen sowie nach Afghanistan im Besonderen.

Beispielthemen wären:

Wie ist der Stand der Diskussion um Afghanistan als „sicheresHerkunftsland“?
Wie ist die Situation in den Abschiebelagern?
Was macht die Angst vor der Abschiebung mit der Psyche?
Wie positionieren sich haupt- und ehrenamtliche Helfer*innen?
Kirchenasyl – Wo kommt es her, wo will es hin, was kann es?
Was steht an Protest- und Aktionsformen zur Verfügung?

… oder, was euch Spannendes einfällt!

Wir freuen uns auf eure formlosen Ideenvorschläge


Ideenabgabe: bis Sonntag, der 24. Mai 2017
Redaktionsschluss: 11. Juni 2015
Erscheinungstermin: Juli 2017


Eure Ideen und Beiträge bitte an: redaktion(at)hinterland-magazin.de

Mit gespannten Grüßen
Eure Hinterland-Redaktion-

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